Vermeidung präanalytischer Fehler

Präanalytische Fehler vermeiden

Wie Fehler bei der Kapillarblutentnahme verhindert werden können

  • Vor der Punktion1 die Stelle mit Alkohol reinigen und lufttrocknen lassen, um eine Kontamination und/oder Hämolyse der Probe zu verhindern. Die Stelle weder trocken wischen noch trocken pusten
  • Nach der Punktion den ersten Tropfen Blut mit einem Tupfer entfernen, um eine Probenverdünnung mit interstitieller Flüssigkeit zu verhindern1,2
  • Mit dem Blutentnahmeröhrchen den zweiten Tropfen Blut einfangen und das Blut mittels Kapillarwirkung in das Röhrchen fließen lassen, indem vorsichtig abwechselnd leichter Druck auf den Finger ausgeübt und wieder gelöst wird, um einen konstanten Blutfluss sicherzustellen und eine Hämolyse sowie eine ungewollte Verklumpung von Blutblättchen in der Probe zu verhindern2
  • Den Finger darf während der Blutentnahme nicht zu fest gedrückt drücken und keine Kratzoder Schöpfbewegung gemacht werden, um eine Zellirritation oder Probenverdünnung mit interstitieller Flüssigkeit zu vermeiden1,2

EXPERTENTIPP

Je besser die Blutentnahmetechnik, desto höher die Ergebnisqualität

Dieses Unterlagen wurde in Abstimmung mit wichtigen Experten im Bereich der Laboratoriumsmedizin und gemäß aktuell gültiger Richtlinien entwickelt. Der Anwender sollte beim Einsatz der Verfahren oder Methoden, die in diesen Unterlagen beschrieben werden, von seinem fachlichen Urteilsvermögen Gebrauch machen und alle gültigen nationalen, regionalen sowie institutionellen Richtlinien bzw. Vorschriften berücksichtigen.

1. WHO-Richtlinien zur Blutentnahme: Best Practices in der Phlebotomie. Weltgesundheitsorganisation; 2010. 2. Dokument GP42-A6 (ehemals H04-A6) des Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI): Verfahren und Geräte für die diagnostische Kapillarblutentnahme; anerkannter Standard – Sechste Aufl age. Institut für Klinik- und Laborstandards; Wayne, Pennsylvania, USA: 2008.