Entnahme von Blutproben mit größerem Blutvolumen

Gewinnung eines größeren Probenvolumens

Techniken zur Stimulation bei der Entnahme größerer Probenmengen an Kapillarblut

  • Die für die Untersuchung benötigte Blutmenge kann variieren und ist abhängig von der Art des durchzuführenden Tests und dem verwendeten Gerät. Beachten Sie die Richtlinien Ihrer Einrichtung für die benötigte Menge.
  • Nadelstärke und Einstichtiefe der Sicherheitslanzette, die Temperatur der Einstichstelle und das Vorgehen nach der Punktion (z. B. Massagen) können das entnommene Blutvolumen beeinflussen.1
  • Tests, die größere Blutmengen benötigen, erfordern eine Sicherheitslanzette mit einer kleineren Gaugezahl – und einer größeren Einstichtiefe. Es gilt: Je kleiner die Gauge, umso stärker die Nadel. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl des Instruments auch Alter und Gewicht des Patienten.
  • Es kann hilfreich sein, die Stelle der Blutentnahme zu wärmen, um die Durchblutung in diesem Bereich anzuregen. Um die Hände zu erwärmen, bitten Sie den Patienten, seine Hände aneinanderzureiben oder mit lauwarmen Wasser zu waschen.2
  • Alternativ können Sie auch die Einstichstelle für 3 – 5 Minuten mit einem warmen, feuchten Handtuch bedecken oder ein handelsübliches Wärmegerät verwenden. Die maximale Temperatur von 42 °C darf dabei nicht überschritten werden.2
  • Nach der Punktion sanft entlang des Fingers zur Spitze hin massieren. Durch eine Kombination aus sanftem Drücken und Lösen wird ein konstanter, gleichmäßiger Blutfluss gefördert.2*

EXPERTENTIPP

Erwärmen Sie die Einstichstelle für 3 – 5 Minuten mit einem Wärmegerät, um den Blutfluss zu erhöhen. Dabei dürfen 42 °C nicht überschritten werden, um die Haut nicht zu verbrennen.2

Diese Unterlagen wurden in Abstimmung mit wichtigen Experten im Bereich der Laboratoriumsmedizin und gemäß aktuell gültiger Richtlinien entwickelt. Der Anwender sollte beim Einsatz der Verfahren oder Methoden, die in diesen Unterlagen beschrieben werden, von seinem fachlichen Urteilsvermögen Gebrauch machen und alle gültigen nationalen, regionalen sowie institutionellen Richtlinien bzw. Vorschriften berücksichtigen.

1. Grady M, Pineau M, Pynes MK, Katz B, Ginsberg B. A Clinical Evaluation of Routine Blood Sampling Practices in patients with Diabetes: Impact on Fingerstick Blood volume and pain. Journal of Diabetes Science and Technology 2014; 8 (4): 691-698. 2. Dokument GP42-A6 (ehemals H04-A6) des Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI): Procedures and Devices for the Collection of Diagnostic Capillary Blood Specimens (Verfahren und Geräte für die diagnostische Kapillarblutentnahme); anerkannter Standard – Sechste Auflage. Clinical and Laboratory Standards Institute; Wayne, Pennsylvania, USA: 2008.

* Siehe Anweisungen „Die kapillare Blutentnahme am Finger“